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In der Heimatstadt unserer Vortragenden gab es Anfang Januar die Nachricht, der konservative Bürgermeister habe vier Posten in verschiedenen Verwaltungsorganen. Diese Nachricht führte ließ viele Bürger*innen darüber sich wunderbaren: Wie kann er überall gleichzeitig sein? Am 24. Januar wird der erste Fall des Corona-Virus auf französischem Staatsgebiet bestätigt. Zwei Monate später werden Restaurants und Bars geschlossen. Trotz des Virus werden die Kommunalwahlen abgehalten: Der oben genannte Bürgermeister wird mit nur 33,66% der abgegebenen Stimmen wiedergewählt. Im Verlauf der Pandemie hat das politische und gesellschaftliche Leben in Frankreich mehrere Episoden durchlebt, die das Versagen des demokratischen Systems verdeutlichen: Die Mächtigen und Privilegierten scheinen sich den Restriktionen entziehen zu können, während von der Bevölkerung unter dem Vorwand eines vorgetäuschten Kriegszustands verlangt wird, an Ort und Stelle zu bleiben und ihre Pflicht konsequent zu erfüllen. Ausgehend von den Folgen der Pandemie auf lokaler Ebene nimmt der Vortrag aus der Sicht einer Dramaturgin die Mechanismen in Blick, die gegenwärtig am Werk sind, um die vielschichtige Unterdrückung in Frankreich weiter zu reproduzieren.

Der Vortrag wird auf Englisch durchgeführt.

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